Tauchreiseberichte Frankreich

Tauchreiseberichte Frankreich

Juli 2001 , Frankreich , Bretagne , Camaret sur Mer

Wracks...Wracks...Wracks...,ich möchte garnicht aufhören,so begeistert bin ich immer noch. Doch der Reihe nach... Wie immer - ad hoc gemanagte Sachen scheinen doch am Besten zu funktionieren!Bis 3 oder 4 Tage vor Abreise hatten wir noch keine Ahnung,wo und ob überhaupt wir in Westfrankreich bleiben würden.Tatsache war unumstösslich: Geburtstagsbesuch bei Verwandschaft in Rennes, der Rest musste sich finden.Nachdem ich jedoch massiv das Internet nach Infos zum Thema Tauchen in Nordwestfrankreich durchforscht hatte(mit wenig Erfolg übrigens...)stiess ich in einer Diskussionsrunde auf den Club Leo Lagrange in Camaret auf der Halbinsel Crozon ( ein paar Meter südlich Brest).Zum Buchen,Bezahlen und so weiter war es eh zu spät - also griff ich zur Radikallösung,sandte ein Fax dorthin und siehe,in der Antwort stand,wir seien willkommen,Doppelzimmer,Vollverpflegung usw.für erträgliche 480,- DM pro Nase.Also wie immer:Tauchgerödel und so weiter ins Auto und sehr früh am Morgen losgefahren.Berlin, Braunschweig,Kassel,Saarbrücken,Paris,Chantre.Hier übernachtet.War echt nötig nach 1400km .In Frankreich lassen sich die Autobahnen bekannterweise schneller abfahren - wegen der Mautgebühren herrscht hier nur mässiger Verkehr. Immer wieder interessant die künstlerische Gestaltung der anliegenden Flächen mit regenbogenfarbenen Flächen und Körpern. Nächsten Morgen nach dem Frühstück weiter via Le Mans,Rennes,Quimper auf die Halbinsel Crozon nach Camaret.Nochmal 700 km.Ankunft etwa 17:00 Uhr,auspacken,Tauchbasis suchen, Gelände aufklären.Familiärer Treff aller Gäste am Abend zu einem Glas Kir und Erläuterung der lokalen Gepflogenheiten,Örtlichkeiten,Abläufe usw.Die Küste um Camaret ist das Produkt aufeinanderprallender Gewalten: Fels,Sturm,Gezeiten,Seegang,Strömung.So sah es auch aus... schroffe Steilküsten vom meist stürmischen Wasser ins uralte Faltengebirge genagt,dazwischen kleine und grössere fantastisch weisse und leere Sandstrände,aufgewühltes Wasser,schnell dahinjagende Wolken.Viele kleine Inselchen ragen steil aus dem Wasser.Das Wetter war eher durchwachsen,trotzdem zog ich mir einen kräftigen Sonnenbrand zu.Der Ort Camaret,ein kleines Städtchen von schätze 8000 Einwohnern liegt malerisch zwischen felsigen Hügeln,die hier die Küste darstellen.Ein kleiner Hafen mit einer Unzahl von Seglern und Yachten bildet den zentralen Bereich,eine Uferpromenade mit vielen Cafes,Creperien und kleineren Souvenirshops war wunderbarerweise keinesfalls überlaufen - die Saison hatte noch nicht recht begonnen.Wer im Ort und Umgebung spazieren gehen will muss gut zufuss sei , teilweise sind die Steigungen recht heftig.Der Club Leo , eher eine Bleibe vom Typ Jugendherberge ( nicht abfällig gemeint ) wird komplett französisch geführt,deutsch versteht hier auch fast jeder.Ein Hauptgebäude, mehrere kleine Nebenhäuschen,eine Tauchbasis,eine Segel- und Surfschule,Fussball - und Tennisplatz mit allem nötigen Equipment stellten sicher,dass jeder Gast seinen sportlichen Neigungen folgen konnte.Ich war natürlich nur zum Tauchen hier... und es hat sich gelohnt. Etwas verunsichert durch Berichte im Internet,rechtliche Regelungen des Tauchsports in France betreffend,fand ich mich am Hafen in der Tauchbasis ein.Parkplatz direkt vor der Tür, Anlegestelle der Tauchboote 20 m weiter.Das übliche Prozedere - Brevet,Logbuch und Tauchattest vorlegen.Als AOWD und mit recht dickem Logbuch versehen wurde ich als 2Stern Taucher eineteilt ( was ich auch erwartet hatte). Ohne lange zu fackeln wurde das Gerödel ( von jedem selbst , ächz ) auf das Tauchboot verladen, ein Eimer von schätze 10 bis 12m , mit dem bedeutungsschwangeren Namen " L'Eclat ".Dieser Julianfang gestaltete sich wettertechnisch sehr windig,die sich daraus ergebenden Wellenhöhen zwangen Manchen zum Füttern der Fische.( gg ).Tja,was soll ich sagen : So eine Wrackdichte habe ich noch nicht gesehen !Die Wrackspots sind hier unter den Namen " Marco Polo (NR)" aufgeführt, Highlights unter den Namen der abgesoffenen Schiffe.Wie zum Beispiel die " Finistere",ein Kabelleger,1944 durch brit.Bomben getroffen und gesunken. Tauchen unter den derzeitigen Bedingungen ( Strömung,Wind,Seegang ) ist kaltwasserunerfahrenen Anfängern nicht unbedingt zu empfehlen, doch ein Erlebnis erster Güte ! Congas,Shrimpse,Krabben und Krebse,endlose Schwärme Franzosendorsche... , für Freunde der UW-Fotografie echt ein Kracher ! Für " Wanderfeteschisten " ist diese Gegend hervorragend geeignet - fantastische Ausblicke allenthalben, der Atlantikwall scheint hier mit seine grösste Baudichte gehabt zu haben - Bunker alle paar Meter !Herrliche Sonnenuntergänge. Fazit: Die Bretagne ist eine Reise wert und ( aktuell...) die Tour wird 2010 wiederholt ;-)

September 2003 , St. Tropez , Basis - EURO-Divers " Kon Tiki " , Frankreich

Noch kaputt von der langen Fahrt ( siehe Vorbemerkung / Österreich ) kamen wir Sonntag spät Nachmittag in St.Tropez an. Unendliche Automassen drängten sich in den Strassen - gottseidank bogen wir gleich hinter Ortseingang rechts Richtung Kon Tiki ab. Die Berichte vom August 2003 bezüglich Waldbrände um St.Tropez waren nicht übertrieben - verbrannter Wald so weit das Auge reicht - oft bis unmittelbar an die Strasse !!Der Campingplatz Kon Tiki ist eine riesige Anlage mit Häuschen, Wohnmobilen und Zelten , festen Fahrwegen , Einkaufsmöglichkeiten,... direkt am Strand . Für mich wichtig natürlich die Tauchbasis ( www.europeandiving.com , Tel 0494799037 ) , welche direkt neben dem von uns gebuchten Wohnwagen lag ;-)) . Freundlicher Empfang , Basiseinweisung , alles recht übersichtlich gehandhabt . Getaucht wird hier Vormittags immer zu einem der hier reichlich liegenden Wracks , Nachmittags etwas relaxter bei höchstens 30 Meter durch Fels und Tunnel... . Vorlage einer Tauch-Haftpflicht ist hier zwingend , kann für wenig € aber auch hier abgeschlossen werden . Hier geht einiges ab : UBoot Wrack " Le Rubis " kann zB sehr empfohlen werden. Dekozeiten spielen hier keine Rolle . Gelegendlich 12 Minuten in 3 Meter auf der Uhr gehabt . Ausschliesslich Bootstauchgänge , zwei 10 Mann-Zodiacs liegen auf dem Strand. Hier wäre vieleicht etwas mehr Komfort angebracht - ohne Steg kämpft man sich durch die gelegendlich recht hohe Dünung . Tauchbasis ist deutsch geleitet , keine Sprachprobleme . Hauptklientel scheinen Deutsche und Briten zu sein. Gelegendlich auch Schweizer ( Willy Businger - mein Mehrfachbuddy sei hier lobend erwähnt... ) . Exzellente Tauchplätze , etwa 40 sind laut Karte bekannt . Fahrzeiten bis etwa 45 Minuten müssen allerdings teilweise in Kauf genommen werden - Seegang inclusive ;-)) . St. Tropez zu besuchen ( Zirkus der Schönen und Reichen ) gehört natürlich ins Programm. Vorsicht : viel Geld mitnehmen ! Wunderschöne Künstler-Verkaufsaustellungen direkt am Hafen , massig Boutiken in den engen Gässchen , Millionen Menschen drängen durch die Stadt , mächtige Yachten dümpeln im Wasser - eine Einzelne kostet mehr als mein Lebensarbeitsverdienst ... . Aber eigendlich ist das hier alles Tinneff - hat mit Frankreich ( Crepes , Rotwein ,Käse ) nix zu tun - nur Touristenrummel und oft teurer Ramsch !Sehr schön ist gelegendlich eine Tour ins Umland . Gerade lief die Weinernte , das Durchfahren des " Grand Canyon " einer anspruchsvollen Fahrstrecke mit atemberaubenden Ausblicken , Bergsee ... kann ich nur ans Herz legen . Tauchen hier mit 7mm HT ist nicht zu wenig - trotz 22 Grad Wasser beginnt man in der Dekokurve schnell auszukühlen . Dies ist der Nachteil von Tauchgründen im offenen Meer : man dreht Kreise ums Ankerseil und glotzt auf den Computer. Ringsum nur Blau ... ;-( Ich trug weiterhin HT Handschuhe und 3mm Kopfhaube . Kann ich nur empfehlen ! Fazit Frankreich : Betauchen der " Le Rubis " , " Relax " , Prophet " , " Ramon Membru" macht sehr grossen Spass - Dekoerfahrung vorausgesetzt . Die sonstigen Spots liegen näher an Land , teilweise sogar in viel befahrenen Schifffahrtswegen wie der Bucht von St.Tropez !Viel Conger , oft Oktopus und etliche Langusten kann man hier bestaunen .Basis korrekt und überwiegend freundlich , zahlende Kundschaft sollte jedoch nicht mit Überheblichkeit und Verweis auf mehrere tausend Tauchgänge eingeschüchtert werden .Auch ein Hinweis eines Nicht-Tauchlehrers kann gelegendlich hilfreich sein ! :-( ! Etwas mehr kaufmännisches Geschick in Werbedingen ( T-Shirt zu teuer , 39 € , keine Aufkleber , ... ) wäre nicht schlecht. Gelegendliches Auftanken der Boote nicht vergessen ;-) . Würde jederzeit wiederkommen .Sehr nette Leute kennengelernt , mal sehen wie lang die eMail Strecke hält... ;-) . Doch die Woche war um und es ging an die nächste Etappe : Spanien - Cala Joncols .

Mai 2008 , Corsica / Frankreich ,Tauchkreuzfahrt mit der MS GALIOTE

Bevor ich alles vergesse - die Reise ist schon 4 Tage beendet, und ich bin über 40 ! - beginne ich also mit meinem Bericht zur Corsika-Tour 2008 . Wie immer , so auch diesmal durch meine Frau Veronika angedacht und organisiert , wurde eine bereits im Jahre 2004 geplante Tour mit dem Tauchschiff " MS - Galiote "nun durchgezogen. Damals wegen dienstlichen Gründen gecancelt, wurde nun also der Kontakt mit http://www.tauchclub-galiote.de aufgefrischt. Der Kontakt ist sehr freundlich und schnell ,die Buchung der Kabine/Tauchpaket erfolgt ausschliesslich über Internet. Passenderweise ergatterten wir ein " Vorsaison-Angebot " von statt 720 €/Person nun für 600 €/Person/Woche auf dem Schiff. Hintergrund der Aktion ist der Wunsch nach einem Eigen-Test meiner Frau auf " Seefähigkeit " , da sie in weiterer Zukunft eine Atlantik- überquerung auf schwankenden Planken plant. Insgesamt wurden 3 Wochen Urlaub für diese Aktion angesetzt - weiträumige Voraberkundung der Insel und auch nach Beendigung der Tauchtour eine Rückfahrt ohne Termindruck - easy going und autobahnmeidend landestypische Gegebenheiten einzufangen war unser Ziel. Los gings am 15.05. sehr früh per Auto - beladen mit Tauchgerödel ( Trocki und Nass!!)- Leckereien , Zelt und Schlafsäcken für Notfälle,seefeste Klamotten und so weiter frisch aufgetankt über Berlin ( Besuch beim Nachwuchs...) über die A9 bis runter Ecke Nürnberg. Weiter Richtung Heilbronn mit Ziel Lindau am Bodensee. Hier trafen wir nach stress- und staufreier Fahrt gegen 18:oo Uhr ein.Unser Ziel war die Nachtfähre Savona(Italien) nach Bastia, allerdings waren wir durch schnelles Fortkommen fast 24 Stunden vor dem Plan. Dieser wurde also geändert und wir fuhren nach kurzer Rast über Bregenz ( hier tanken für 1.35€/l Super ), dem Rheintal entlang , Liechtenstein, in die Schweiz. Hier für 25€ die Jahresvignette erworben. Mittlerweile war es 22:oo Uhr , zuspät für eine Suche nach offizieller Unterkunft. Also abseits der Strasse auf einen Parkplatz, schön gelegen am Berg mit WC und Tischen usw. Aber irgendetwas stimmte nicht ! Permanent kamen und gingen Leute und Autos in der Dunkelheit - ältere Herren überwiegend , welche sich in Grüppchen ausgesprochen merkwürdig verhielten. Irgendwann erkannten wir dass wir selbst das störende Element waren - wir sind vermutlich in einen Schwulen-Parkplatztreff hineingeplatzt. Mit beginnendem Regen wurde also TomTom auf das Ziel Savona ( Fähranleger )programmiert und unausgeschlafen ging die Reise weiter. Chur ,Lugano bis in den Raum Mailand. Über Tortona Richtung Genua und weiter nach Savona. Sehr schöne Gegenden , als Flachlandtiroler bin ich von den Bergen echt fasziniert. Morgend 06:oo Uhr standen wir also am noch verschlossenen Fähranleger der Corsika-Ferries in Savona. Eine Handvoll Autos warteten schon , auch einige Deutsche , welche allerdings bereits vorgebuchte Tickets in den Händen hielten. Einige nette Wortwechsel und kurze Bekanntschaften verkürzten die Zeit bis zur Öffnung des grossen Gittertores um 07:oo Uhr. Zum Erwerb eines Fährtickets fuhren wir bis durch zum Terminal , eine unfreundliche und beleibte junge Dame knöpfte mir 153€ für 2 Personen und PKW Klasse 2 ab.Die Fähre legte etwa 08:3o Uhr ab und wir erreichten gegen 14:3o Uhr die dunkel durch Regenwolken verhangene Insel Corsika - kein romantischer Empfang. Bastia ist eine ans Gebirge geklatschte Stadt , ich hatte Mühe TomTom's Anweisungen zu folgen. Es scheint 3 Autos pro Quadratmeter Stadtfläche zu geben und alle waren in chaotischer Bewegung... Somit befanden wir uns wegen günstiger Umstände einen knappen Tag früher als geplant auf der Insel. Also viel Zeit zur Erkundung : Einschiffen in Bonifacio erst Samstag gegen 18:oo Uhr. Meine Vorstellungen dieser schönen Insel waren komplett unzutreffend : es gab schroffe Gebirge, noch schneebedeckt , endlose Wälder , Serpentinenstrassen durch einsame Dörfer ... . Wir erkundeten Calvi , Ajaccio , Porto Veccio , und faszinierende unbekannte Ortschaften und fanden in einem einfachen Berggasthof Aufnahme für die Nacht.Am Samstag kam die Sonne oftmals durch und wir gelangten gegen Mittag in Bonifacio an , einer in einen Küstenfjord und auf angrenzenden Felsen geklebtes Örtchen , überthront von einer gewaltigen Festung.Typisch Touristenhochburg : kein Parkplatz zu finden - Autokolonnen schoben sich durch die Bummel- meile am Hafen entlang. Unser Schiff war bei schneller Betrachtung nicht zu finden , also weit abseits parken in einer Regenpfützenlandschaft.Wir durchstreiften das Städtchen zu Fuss , auch um die obligatorischen Ansichtskarten zu erwerben und bei einem kleinen Imbiss auszufüllen. Der Liegeplatz der Galiote fand sich dann doch recht schnell unmittelbar nahe der Hafentank- stelle TOTAL , hier fand sich auch ein gerade freigewordener Parkplatz für die Wartezeit . Als Neuankömmling trotz Navigation ist zu beachten : Immer Stadteinwärts fahren , immer rechts halten bis zur steilen Auffahrt zur Festung.Immer weiter Richtung des Sardinien-Anlegers und hier scharf rechts auf die Bummelmeile einbiegen. Das TOTAL-Schild kommt schnell linksseitig in Sicht , hier versuchen zu parken.Die Galiote liegt unmittelbar neben der Tanke. Fazit Anreise : Mitte Mai ist Vorsaison.Somit sind Vorbuchungen von Fähren nicht erforderlich. Wettertechnisch unsicher , mittelmeertypisch zeitweise starker Mistral , in den Bergen Corsikas liegt noch Schnee. Übernachtungen für unterwegs sind einfach zu bekommen ( 40 - 60 € / Zimmer/Nacht).Bonifacio ist trotz der frühen Zeit schon recht voll,Parkplatzsuche ist ein Martyrium ;-( Die " Galiote " ( siehe obige Internetadresse...) ist ein liebevoll mit vielen Details frisiertes Holzschiff aus den 50er Jahren mit weitreichender Verwendungshistorie.Offiziell Platz für 12 Mitfahrer ( was ich persönlich für zu eng halte) wird die komplette Tauchwoche all inclusive ( Tauchen , Essen , Trinken - auch Alc ! ) auf dem Wasser verbracht. Bei sommerlichem Wetter sicher exzellent machbar , sowie Regen aufkommt sicherlich etwas schwieriger zu managen. Käpt'n und Eigner Günther Hayer ist ein auf Anhieb sympathischer und offener - gelegendlich aber auch pedantisch erscheinender alter Haudegen , der solche " Koniferen" wie Hans Hass noch persönlich kennt. Dies ist für die eingecheckten Taucher ein unschlagbarer Vorteil - kein Mensch kennt die Spots dieser naturnahen und geschützten Gegend so wie er. Kulinarisch wird die Woche bei jedem Teilnehmer ihre Spuren in Form von Rettungsringen hinterlassen , ein mit sehr grossem Geschick agierender und wie ein bärtiger Corsar aussehender Rü(diger) zaubert aus 3 Quadratmetern Kombüse echt lecker Stoff !!! Details bitte der offiziellen Seite entneh- men , es stimmt alles - keine Werbelügen zu entdecken.Für die Nacht wird üblicherweise in einer windabgewandten Seite der Lavezzis oder einer Südcorsischen Küstenbucht geankert - auch sehr idyllisch !Nachttauchgänge hier echt empfehlenswert. Wir waren nur 4 Taucher und eine Sonnenanbeterin , so dass sich 2 Grüppchen bildeten : 3 Schweizer Tekkies mit lustigem Hang zur tauchtechnischen Überrüstung sowie gelegentlich missionarischem Überzeugungseifer und ich als SOLO-Taucher. Angenehme Mischung , die Jungs waren gut drauf bis auf einige Rücken-Schäden durch Hantieren mit Stage,Doppelgerät und weiterem unerlässlichen Tauchgerödel für die dargebotenen Tiefen bis etwa 35 m ;-) Fazit Tauchen : sehr empfehlenswert. Ausser eigenem Gerödel braucht man an Bord echt nur Handtuch und Badehose/t-Shirt. Kein besonderer Klamottencode ! Es erscheint günstig , keine Koffer sondern flexible Taschen zu nutzen - lässt sich besser stauen. Die angefahrenen Spots richten sich ausschliesslich nach den Wünschen der Taucher ( nach umfangreichen Empfehlungen seitens des Chef's). Tauchen sehr spassorientiert , keine besonderen Nachfragen oder Checkungen - nur die Briefings unterschieden sich wohltuend von sonst bekanntem Basen-Slang. Fotografen sind hier auf jeden Fall gut aufgehoben. Vermutlich kann der Interessierte diese Tour sicherlich auch mehrmals machen ohne dieselben Punkte zu sehen. Mein hohes Lob für diese Aktion ;-) Nach Rückkehr der "Galiote" am Freitag-Nachmittag in den spektakulär gelegenen Hafen von Bonifacio ist Abrödeln angesagt , Equipmentpflege für die morgige Verladung ins eigene Auto. Abenda etwa 19:oo Uhr geht der versammelte Haufen gemeinsam in ein von Günther ausge- suchtes Restaurant zum Abschlussessen. Dieser Part muss selbst gezahlt werden - ist nach den vergangenen Leckereien auch nicht zuviel verlangt. Hier bietet sich auch ein saftiges Trinkgeld an die Bedienung an , dies geht faktisch direkt in Form eines Gratis-Essens an die beiden Veranstalter und Durchführer Günther und Rü . Eine angemessene Form , Dankeschön zu sagen. Nach Rückkehr an Bord werden noch etliche Vorräte der berauschenden Sorten vernichtet , Erlebnisse ausgetauscht und so weiter bevor jeder am Samstag früh nach einem letzten Früh- stück sein Gerödel von Bord schafft und den Heimweg startet. Die Piste wurde mittels TomTom von Livorno aus festgelegt - somit also Fähre Bastia-Livorno. Natürlich wieder nichts vorgebucht und ich befürchtete schon einen ähnlichen Preis wie auf der Her-Fähre... nein ! eine sehr freundliche Dame am Corsika Ferries Schalter liess unser Auto für 1 € übers Meer fahren , wir zahlten alles in Allem nur 73 €. Der Eimer läuft an Capri vorbei , die felsige Insel zieht keine 5 Kilometer nördlich vorüber.Livorno ist größer als vermutet , auch das " Entstapeln " der Autos aus der Fähre war echt sehenswert : ich hatte bislang keine Ahnung dass unser Wagen in eine so kleine Ecke hineinpasst. Respekt vor der Arbeit der einweisenden Stauleute... Da wir keine Zeitnot hatten , fuhren wir über Pisa nach Cutigliano und übernachteten dort in der nur zufällig gefundenen unglaublich gelegenen Villa Patrizia . Nächsten Tag immer schön abseits der grossen Strassen Richtung Reggio , Mantua , Verona bis zum Gardasee. Unglaub- liche Bergtour bis runter nach Malcesine und weiter um den leider touristisch komplett zuge- pflasterten See herum über Riva und Salo , nordwärts vorbei am Idrosee und entlang echt unglaublicher Pisten ( bis 20 % Steigung !!! )Richtung Alpen im Bereich Stelvio-Pass (2300m , 2m Schnee !!) , welcher natürlich auf Schweizer Seite geschlossen war. Also wieder 1,5 Stunden über Tunnels, krasse Serpentinen und Galerien runter zum nächsten Halteort : Grosio. Hier in einem recht lauten Pizzeria-Gastgewerbe übernachtet. Nächster Tag zweiter Versuch einer Berg-Grenzüberquerung : Der Campocolognopass hinter Tirano Richtung Schweiz. Hier fährt merkwürdigerweise auf italienischer Seite bereits die schweizerische Räthische-Bahn ! Ihre Schienen begleiten den Autofahrer entlang der Bergkulisse mit Schutzhütten , Skiliften , Hotels und noch echt zugefrorenen Bergseen! Die Schweizer Grenzbeamten erfragen in phonetisch sehr lustigem Deutsch ob man Handelsware einführe , man darf ansonsten einfach weiterfahren. Ganze Berghänge sind auf dieser Seite knallgelb von myriaden Löwenzahnblüten.( siehe Bilder) Die Strasse biegt ab und über Punt und Zernez , Pfunds in Österreich und reist weiter Richtung Landeck immer weiter Richtung Zugspitze nach Deutschland.Nun schon später Nachmittag durchkurvten wir das Münchner Umland nach einer Bleibe und blieben Abends gegen 19:oo Uhr in Allersberg kurz vor Nürnberg hängen. Schönes altes und sauberes Städtchen. Hier bot sich die Hotel-Pension Schneider an , wo wir für 62 € ein extraordinäres Zimmer ( mit Badewanne ! im Bad) und Frühstück erhielten. Am kommenden Tag wurde der Rest der Heimfahrt via A9 Direkt über Nürnberg,Leipzig,Berlin und weiter B96 nach Stavenhagen abgerissen. Ich hatte erstmal für 2 Tage genug vom Autofahren. Fazit Heimfahrt: Wer mit Navi fährt und genügend Zeit mitbringt : unbedingt Autobahnen meiden und Höchstgeschwindigkeit 80 Km/h angeben. Man befährt Gegenden , von denen man nicht vermutet dass es so schöne unbebaute und naturnahe Ecken in Europa giebt. Einfach drauflos fahren - jeder Plan macht den Spass zunichte ;-) . Idyllische und versteckte Bergdörfer , unmöglich wiederzufindende Schotterpisten durch nun ausgestorben daliegende Wintersportgebiete , fahrerisch sehr anspruchsvoll.In Italien unbedingt mindestens 3 mal in alle Spiegel schauen - Mopedfahrer schwirren wie Fliegen ohne Sinn und Verstand durch die Gegend. Verkehrsregeln werden sehr großzügig ausgelegt - bei Grün kann man fahren - bei Rot aber auch...Unbedingt die Richtgeschwindigkeiten beachten ! Ich weiss vom Hörensagen , dass ein Erwischen dort recht drastisch teuer sein kann... Die Tour hat echt Spass gemacht , Dank an alle die hierzu beigetragen haben : Meine Frau , Günther Hayer , Rü , und auch Bruno , Sven und Michael. ..

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